Skandalspiel in Prag

Bloged in Fussball,Sport by Administrator Saturday October 16, 2004

PragDass der Wettergott an diesem Samstag seine gesammelten Wasservorräte über die Prager Vororte verteilte, hätte schon Warnung genug sein müssen – ist man als kickende Banane doch gewohnt, bei strahlendem Sonnenschein anzutreten. An diesem 16. Oktober aber, als es gegen eine englische Auswahl in Prag ging, war das Wetter oasch, der Rasen nass und der Gegner unerbittlich. Völkerverbindend wollte man tätig sein, herausgekommen sind Blut, Schweiß und blaue Flecken.

Gestartet wurde flugs mit einem 0:3-Rückstand der Bananen. Die Engländer überrannten die Bananen, die hielten, so gut es ging, dagegen. Umso höher ist der Kampfgeist der Bananen zu bewerten, die keineswegs aufsteckten, sondern Kreativität und Laufbereitschaft an den Tag legten und noch in der ersten Hälfte aufholten. 1:3 durch Sturmtank Martin, 2:3 durch einen Elfmeter von Hias B., 3:3 durch einen Weitschuss von Heli. Spätestens seit dem Ausgleich wurden die Engländer sichtlich nervös. Die Fouls wurden brutaler, die Rutschpartien von hinten in den Mann immer abenteuerlicher. Die Bananen foulten zurück, was ging. Doch was den feinen Wortschatz an englischen Schimpfwörtern anbetraf, waren die Engländer um Längen besser. Der Halbzeitpfiff sorgte erstmal für Ruhe.
Die zweite Hälfte begann, wie die erste geendet hatte, mit Verbalinjurien und gemeingefährlichen Attacken. Der Führungstreffer durch einen herrlichen Fernschuss von Hias E. entspannte die Lage keineswegs. Brutale, gesundheitsgefährdende Attacken, unnötige Fouls ohne Ball im Mittelfeld, derbe Beschimpfungen am laufenden Band und ein Schiedsrichter, der nicht gewillt war, fair zu pfeifen (wenn überhaupt), prägten das Spiel. Dann zuckte in der 75 Minute Grischi nach einer schmerzhaften Kollission aus und konnte gerade noch so davon abgehalten werden, seinem Gegenüber die Stollen ins Gesicht zu treten. Zu dem Zeitpunkt stand das Spiel schon knapp vor dem Abbruch.
Fußball gespielt wurde zwischendurch auch noch. Die Engländer schossen den Ausgleich und erhöhten nach einer ungeschickten Aktion von Torwart Hannes auf 5:4.

Das Spiel stand auf des Messers Schneide, als eine Banane außerhalb des Strafraums gelegt wurde, der Verteidiger selbst meinte, das sei ein Foul gewesen, der Schiedsrichter aber mit einer schelmischen Geste weiterlaufen ließ. Hias E. und Hias B., die ihren Englisch-Wortschatz um viele unflätige Wörter erweitert hatten, platzte letztlich der Kragen. Sie zogen die T-Shirts aus und traten aus Protest ab, die Rest-Bananen folgten geschlossen. So fand ein unrühmliches Spiel in der 82. Minute sein Ende.

Ein lustlos ausfgeführtes Elfmeterschießen einiger weniger Versöhnungswilliger brachte ein 5:4 für die Bananen – gefreut hat sich darüber niemand mehr.
Die Bananen waren froh, die Schlacht unverletzt überstanden zu haben, hatten einen von zwei fixen Spielpartnern weniger und haben gelernt, dass England nicht das Mutterland der Gastfreundschaft sein dürfte.
Wie den Bildern vom darauffolgenden Abend zu entnehmen ist, konnte die Prager Gastfreundschaft und vor allem jene Helis (10 Kicker in einer Wohnung) noch ausgiebig genossen werden.

Endstand 5:4 (nach Spielabbruch)
Torschützen: Füreder, Brandauer, Beck, Essl
Die besten: keiner

[ Bericht und Fotos: Hannes Uhl ]

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